Öko-Suchmaschinen: grüner Suchen mit schwarzen Seiten?

nachhaltige Suchmaschinen - ökologisch Suchen im Netz

Eine Suchanfrage bei Google verbraucht 4 Watt/h - etwa so viel wie eine Energiesparlampe in einer Stunde verbraucht. Wenn das Internet mit seiner Infrastruktur als Nation gerechnet werden würde, wäre es in der Rangliste der energiehungrigsten Länder der Welt auf Platz 6. Was können wir tun, um ökologischer im Netz zu surfen?

Suchen für den Regenwald

In Sachen Öko-Suchmaschinen wurde 2008 das Projekt Forestle gegründet. Durch die Einnahme über die Einblendung von Werbung wurde Regenwald gekauft um damit die verbrauchte Energie zu kompensieren. Mittlerweile leitet Forestle alle Anfrage auf die Suchmaschine Ecosia um, die ein Jahr später an den Start ging. Auch hier war wieder der Schutz von Regenwald das Ziel der Suchmaschine. Mit den Einnahmen wird das Projekt The Nature Conservancy unterstützt, die die Wiederaufforstung von Regenwäldern in Brasilien unterstützen.

Beide Suchmaschinen haben den Nachteil, dass sie ihre Suchergebnisse via Yahoo beziehen. Laut der aktuellen Statistik besitzt Yahoo einen Marktanteil von circa 1,7% - nicht zu vergleichen mit der erdrückende Übermacht von Google mit 94,9% (Stand Januar 2015). Was also tun, wenn die Internetrecherche ökologisch sein soll und die Ergebnisse vom Marktführer kommen sollen? Da der Marktführer selbst nur einen Bruchteil seines Strombedarfs über regenerative Quellen bezieht, liegt es an uns Nutzerinnen und Nutzern etwas zu tun. Entweder wir bewerten unseren Anspruch an die Suchergebnisse neu und setzen auf Öko-Suchmaschinen oder wir minimieren den Teil der Energie, der durch unsere eigenen Computer zu Hause bei der verbraucht wird.

Google's schwarze Seite

Letzteres wird durch das Projekt Blackle versucht. Es hilft Energie zu sparen indem die Darstellung von Google verändert wird. Statt einem weißen Hintergrund ist die Seite komplett in ein tiefes Schwarz getaucht. Die Theorie dahinter: ein Computer-Monitor verbraucht weniger Strom bei der Darstellung dunkler Pixel. Als Begründung dient die Studie von Roberson et. al. (2002). Dieser Spareffekt ist bei den alten CRT-Monitoren auch deutlich wahrnehmbar - bei den aktuellen LCD bzw. TFT-Displays ist dies aber nicht mehr von großer Bedeutung. Schade, ist deswegen die Idee mit den schwarzen Seiten gestorben?

Nein, denn es gibt noch mehr wichtige Faktoren. Das Projekt Darkoogle ist zwar auch eine „schwarze“ Suchmaschine, reduziert aber die Kommunikation mit den Google-Servern auf ein Mindestmaß. Dies spart Energie, da weniger Daten hin und hergeschickt werden müssen.

Energiewende bei Suchmaschinen

Der wichtigste Punkt bleibt aber dennoch unangetastet: erst wenn sämtliche Infrastruktur mit Öko-Strom betrieben wird, können wir von einer wirklich „grünen Suchanfrage“ reden. Bis auch die großen Internetanbieter dies erkannt haben und nicht nur auf Greenwashing setzen, können wir schon einmal bei unseren Computern daheim auf Ökostrom setzen. Für alle anderen Rechner auf der Arbeit, Univeritäten oder sonst wo, bleiben Ecosia oder die schwarzen Google-Clone.


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