ESBL-bildende Bakterien und MRSA: antibiotikaresistente Keime aus der Tiermast im Essen

MRSA-Keime im Labor

Foto: MRSA-Kultur in einer Petrischale (Iqbal Osman CC BY 2.0)

Bislang waren sie nur aus Krankenhäusern und Pflegeheimen bekannt: Krankheitserreger, die mit herkömmlichen Antibiotika nicht mehr behandelt werden können. Doch auch an unseren Nahrungsmitteln werden immer öfter diese gefährlichen Keime gefunden. Bislang waren sie nur aus Krankenhäusern und Pflegeheimen bekannt: Krankheitserreger, die mit herkömmlichen Antibiotika nicht mehr behandelt werden können. Doch auch an unseren Nahrungsmitteln werden immer öfter diese gefährlichen Keime gefunden. MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Das sind Bakterien, die gegen Methicillin und meist auch viele andere Antibiotika resistent sind. Staphylokokken kommen überall in der Natur vor und siedeln auch auf unserer Haut. Durch eine Wunde können diese in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen. Genauso verhält es sich mit den sogenannten ESBL-bildenden Bakterien. ESBL bedeutet Extended Spectrum β-Laktamasen, also Bakterien die ein Enzym bilden welches sie vor der Wirkung von β-Lactam-Antibiotika schützt.

Infektion mit multiresistenten Krankheitserregern

Die Symptome bei einer Infektion mit solchen Bakterien sind sehr unterschiedlich. Je nachdem, welches Organ befallen ist. Kann die Infektion nicht bekämpft werden, kommt es zu einer tödlichen Sepsis (Blutvergiftung). Diese Bakterien konnten sich durch Mutationen dort bilden, wo viel mit Antibiotika gearbeitet wurde. Also in erster Linie in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Doch in der Tierhaltung können diese Bakterien auch nachgewiesen werden. Durch den präventiven Gebrauch von Antibiotika in der Tiermast wurde auch dort ein Umfeld geschaffen, in welchem sich antibiotikaresistente Keime bilden konnten. Die Tiere sind mit solchen Bakterien besiedelt was für sie aber meist folgenlos bleibt: ihr Leben ist nicht lang genug für ein Ausbruch einer Infektion. Dennoch sind die Tiere, der Stall und die Exkremente mit solchen Bakterien belastet. Durch das Fleisch dieser Tiere können wir uns mit solchen Bakterien infizieren. Bei einer Stichprobenuntersuchung von Putenfleisch vom BUND vom Januar 2015 wurden auf 88% der Discounter-Angebote MRSA und ESBL-bildende Keime gefunden.

 durch multiresistente Keime infizierte Wunde

Foto: durch MRSA-Keime infizierte Wunde nach einer Verletzung (Stuart CC by 2.0)

Richtiges Verhalten in der Küche schützt vor multiresistenten Keimen

Wie viele andere Bakterien auch können diese Krankheitskeime durch Hitze zerstört werden. Durch das Kochen oder Braten vom Fleisch wird das Essen wieder keimfrei. Problematisch kann jedoch die Vorbereitung dieser Fleischgerichte sein. Auch an Händen, Messern, Geschirr und Schnittunterlagen die mit dem Fleisch vor dem Erhitzen in Berührung kommen, können diese Keime haften. Gründliches Händewaschen und Säubern der Küchenartikel nach jedem Kontakt ist wichtig.

Ist Bio-Fleisch sicher?

Der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast bei Bio-Bauernhöfen ist strenger reglementiert als bei der konventionellen Tiermast. Doch auch in einem Bio-Betrieb darf unter bestimmten Bedingungen Antibiotika verwendet werden. Nach einer Studie von Ökotest von 2013 wurden auch an Fleischproben von Bio-Produkten multiresistente Keime gefunden. Ein Umstieg auf ökologisch besseres Bio-Fleisch ist zwar gut für die Umwelt, schützt aber nicht unbedingt vor solchen Keimen.

Auch durch vegetarische Ernährung ist eine Ansteckung möglich

Doch nicht nur durch Fleischesser sind gefährdet. Durch die Nutzung der Exkremente aus Tiermastanlagen als Gülle auf den Feldern, werden die Felder und damit auch die auf ihnen wachsenden Pflanzen belastet. Diese Art der Düngung wird damit zur Gefahr. Auch in diesem Fall hilft nur eine gründliche Reinigung von Salat und Gemüse vor dem Verzehr oder der Weiterverarbeitung in der Küche. MRSA und EBSL-bildende Keime können aber auch durch die Abluft von Ställen die Umgebung von Tiermastanlagen belasten. Anwohner und Anwohnerinnen in der Umgebung von solchen Betrieben sollten sich deshalb erkundigen, ob in den Abluftanlagen entsprechende Filteranlagen installiert sind.


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