Konsum und Überflussgesellschaft – Tipps für ein ökologisches Weihnachten

lichterketten als weihnachtsbeleuchtung

Jetzt kurz nach Weihnachten zeigen sich die Schattenseiten von unserem Konsumstil. Massen an unverkauften Produkten, die von den Supermärkten direkt in den Müll gehen und Massen von noch nutzbaren Artikeln werden von den Privathaushalten entsorgt, weil sie durch neue Geschenke ersetzt wurden. Wie lässt sich Weihnachten ökologischer gestalten?

Überfluss an Weihnachtsbäumen

Gestern, vier Tage nach Weihnachten, bin ich an einem Weihnachtsbaum-Stand vorbeigefahren. In dem mit Bauzäunen abgesperrten Platz lagerten noch an die 60 unverkaufte Nordmanntannen und Blaufichten. Abholbereit waren sie schon in weiße Kunststoff-Netze eingepackt. Bei einem Durchschnittsalter von zehn Jahren, stehen dort circa 600 Jahre Baumleben sinnlos abgeholzt herum. Zu Weihnachtsbäumen werden diese Bäume nicht mehr werden. Bestenfalls taugen sie noch für Brennmaterial für die Pelletheizung. Möglicherweise hat das Unternehmen den Bedarf an Weihnachtsbäumen unterschätzt und mit den nicht verkauften Bäumen Verlust gemacht. Da das Unternehmen jedoch schon seit vielen Jahren den Weihnachtsbaumverkauft organisiert, ist dieser „Verlust“ wahrscheinlich einkalkuliert. Die Nachfrage an kleinen Weihnachtsbäumen ist jedenfalls in den letzten Jahren laut der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald steigend. Was die Schutzgemeinschaft ebenfalls feststellt: die meisten Weihnachtsbäume kommen aus Weihnachtsbaumplantagen, die mit Dünge-, Schädlingsbekämpfungs- und Unkrautvernichtungsmitteln arbeiten. Die Böden und Gewässer, die damit belastet werden, liegen also in erster Linie in Deutschland. Die Alternative wäre ein regionaler Öko-Weihnachtsbaum mit Bio-Siegel.

Weihnachtsschmuck als Umweltrisiko

Anders sieht dies mit Baumschmuck und Lichterketten aus. Die Lichterketten in den unzähligen Vorgärten, Balkonen und Fensterrahmen stammen meist aus Fernost. Durch die laxen Umweltschutzbedingungen in China sind es in erster Linie die BewohnerInnen der dortigen Industriegebiete, die darunter leiden. Durch Transport mit Schiffen und LKW nach Europa und bis in den heimischen Vorgarten entstehen klimarelevante Treibhausgase. Diesen fallen auch bei dem Betrieb von Kohlekraftwerken an, die in Deutschland nun das Rückgrat der Energieerzeugung darstellen. Damit trägt Weihnachten in der westlichen Welt auch seinen Anteil am anthropogenen Klimawandel bei.

Tipps für ein ökologisches Weihnachten

Doch wie lässt sich Weihnachten ökologisch korrekter feiern? Ein paar Tipps:

  • Weihnachtsbaum im Topf kaufen und dann in der Natur auspflanzen, mehr zu Weihnachtsbäumen unter Ökoweihnachtsbaum oder künstlicher Plastik-Baum
  • wenn schon Lichterketten, dann aber mit Ökostrom
  • Gutscheine verschenken, so kann die beschenkte Person selbst entscheiden, was ihr gefällt

Weihnachten vorbei – was machen mit unnützen Geschenken?

  • Verschenke oder tausche die Sachen: Ebay Kleinanzeigen hat Kategorgie „Verschenkenken/Tauschen“
  • Kleine Vereine und gemeinnützige Projekte freuen sich immer über Büro- oder Haushaltselektronik – unterstütze sie bei ihrer Arbeit und frage, ob sie deine Geschenke gebrauchen können
  • Dein neues Geschenk ersetzt ein kaputtes Gerät im Haushalt? Reparieren das alte Gerät in einem Repair Café. Dabei erlernst du nützliche Techniken und kommst mit anderen BastlerInnen in Kontakt. Repair Café's in deiner Nähe findest du unter Repaircafe.org

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