Plastik über alles – Doku über Lösungen für unseren Kunststoffmüll

Plastik im Meer, dass angespüllt wurde

Plastikmüll am Strand, aus dem Meer angespült (Quelle: epSos .de CC-BY 2.0)

Weichmacher oder Bisphenol A (BPA) in Plastikflaschen, Haushaltsprodukten und Lebensmittelverpackungen gefährden unsere Gesundheit. Einmal durch den direkten Kontakt und über vergiftetes Grundwasser aus Deponien. Welche Lösungen gibt es für unsere Müllhalden und sind neue Bio-Kunsstoffe eine brauchbare Alternative zu Plastik aus Erdöl?

Plastik im Meer

Der kanadische Dokumentarfilmer Ian Connacher reist in seiner Dokumentation mit dem Originaltitel „Addicted to Plastic“ um die ganze Welt. Er segelt mit zu einem der fünf großen Müllstrudel, die es mittlerweile in jedem Ozean gibt. Dort schwimmen Plastikteile über und unter der Wasseroberfläche. Durch die Wirkung von Wellengang und Sonne zersetzen sie sich langsam zu Mikroplastik und werden als Nahrung ungewollt von vielen Meereslebewesen aufgenommen. So gelangt unser Plastikmüll über die Nahrungskette wieder auf unserem Teller.

Plastik und das Recyling-Problem

Auch an Land wird Kunsstoff zu einem Problem. Da viele Kunststoffartikel aus einem Mix verschiedener Kunsstoffe bestehen sind diese schlecht sortenrein zu trennen. Dies macht das Recycling schwierig. Denn nur sortenrein getrennter Kunsstoff kann wieder als Ausgangsstoff für neue Plastikprodukte dienen. So zerstört Connacher die Vision vom gutem Gefühl, wenn ich Plastik in der gelben Tonne entsorge. Umfassendes Kunstoff-Recycling ist nicht mehr als ein Märchen – auch wenn der „Grüne Punkt“ auf den Verpackung etwas anderes vorgaukelt. Ein Großteil landet in Deponien, wo er Jahrhunderte braucht, um abgebaut zu werden.

Kompostierbarer Bio-Kunstoff

Die Dokumentation zeigt neue Verfahren, die die Probleme mit dem Recycling von Kunstoffverbundstoffen lösen können. Besser als Kunsstoff aus Erdöl wieder zu recyceln, ist der Einsatz von Biokunststoff. Diese lösen sich in der Natur wieder in ungiftige Stoffe auf. In der Dokumentation werden Möglichkeiten gezeigt, aus Pflanzen mit hohem Stärke-Anteil einen biologisch abbaubaren Kunststoff mit vergleichbaren Eigenschaft wie erdölbasierter Kunsstoff herzustellen. Dieser ließe sich wie Bioabfall kompostieren und ist sogar essbar. Auch tierisches Protein, wie die Federn von Hühnern aus der Tiermast, kann zu Kunststoff verarbeitet werden.

Video: Doku Plastic über alles auf Youtube

Leider zeigt er nicht, wie das Problem der Flächenkonkurrenz in der Landwirtschaft zu Nahrungsmitteln gelöst werden soll. Schon jetzt verdrängt der Anbau von Pflanzen für Biotreibstoff die Pflanzen, die sonst zu Nahrungsmitteln verarbeitet werden würden. Dadurch verteuern sich Lebensmittel, die dann für ärmere Bevölkerungsschichten auf der Welt immer unerschwinglicher werden. Außerdem führt der konventionelle Anbau von stärkehaltigen Pflanzen wie Mais zu einem erhöhtem Bedarf an Kunstdüngern und Pestiziden. Diese haben wiederum Nachteile für das Ökosystem und sind im Zuge von Peak-Oil und Klimawandel der falsche Weg.

Biokunsstoffe sind die richtige Alternative, aber nur in Verbindung mit einem Umdenken im Konsumverhalten. Weniger ist hier mehr!


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