Stresstest - deutsche Atomkraftwerke auf dem Prüfstand

Akw nach supergau

Grafik: Ergebnis eines Anschlages auf ein AKW (Quelle: Sense.Lab)

Fukushima änderte vieles im Umgang mit Atomkraft in Deutschland – doch nur auf den ersten Blick. Nach wie vor laufen neun der 32 deutschen Atomkraftwerke (Stand: 28.01.2013). Kann sich eine Situation wie in Japan auch hier bei uns ereignen? Im April 2011 wurde für die ältesten acht Atomreaktoren die 2010 von der schwarz-gelben Bundesregierung beschlossene Laufzeitverlängerung ausgesetzt. Durch den Super-Gau in Fukushima und die öffentlichen Proteste konnte Merkel ihre atomfreundliche Politik nicht mehr weiterführen. Dennoch sind weiterhin neun Atomkraftwerke in Betrieb. Deshalb ist es auch weiterhin notwendig, auf ein Abschalten der übrigen Reaktoren hinzuarbeiten. Mit der neuen Legislaturperiode der CDU/CSU geht es jetzt wieder in eine neue Runde – es bleibt abzuwarten was passieren wird. Doch wie sieht es eigentlich mit der Sicherheit der Atomkraftwerke in Deutschland aus? Ist eine Situation wie in Japan auch für die als sicher gepriesenen Anlagen in Deutschland denkbar? Studien belegen, dass auch einige Kraftwerke in Deutschland für Bedrohungsszenarien wie Erdbeben, Flugzeugabstürze, Überflutungen oder terroristische Angriffen verwundbar sind.

Anschlag-Simulator für deutsche Atomkraftwerke

Die Internetseite Stresstest informiert über die jeweiligen Kraftwerke und ihren Sicherheitsstandard. Auf der Seite kann ein Kraftwerk in ein Simulator-Fenster gezogen werden und per Knopfdruck eine definierten Bedrohungskatastrophe gestartet werden. So viel vorweg: ein Absturz eines Großraumflugzeuges auf den Reaktor übersteht kein deutsches Kraftwerk! Die Möglichkeit eines Super-Gau besteht auch bei uns. Wer nicht auf die Politik warten möchte, kann seinen persönlichen Atomaustieg jeder Zeit selbst machen. Dazu muss nur der eigene Stromanbieter gewechselt werden. Das ist mit wenigen Handgriffen getan, denn der neue Anbieter kümmert sich um die Abmeldung des alten Vertrages und den Start des neuen Versorgungsauftrages.

Persönliche Energiewende durch Wechsel des Stromanbieters

Mittlerweile bieten viele Stromanbieter Öko-Strom-Tarife an. Doch Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Manchmal wird Atomstrom auch einfach zu Ökostrom „veredelt“. Ist zu viel Atomstrom im Netz vorhanden, wird er dazu genutzt um Wasser in Pumpspeicherkraftwerken hochzupumpen. Wird später Strom gebraucht, kann es abgelassen werden und steht als Strom aus Wasserkraft im Netz zur Verfügung. Um Anbieter zu umgehen, wo die Trennung von konventionellem und Ökostrom schwer zu durchschauen ist, hilft diese Seite Atomausstieg selber machen. Sie listet die unabhängigen Ökostrom-Anbieter auf, die wirklich Ökostrom erzeugen und dies auch nachprüfbar ist.


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