Umweltfreundliche Transportverpackungen: Papier statt Plastik

Wellpappe und Plastikchips aus Biokunststoff als umweltfreundliche Transportverpackung

Foto: umweltfreundliche Transportverpackung aus Wellpappe, Papierklebeband und Polsterung aus Biokunststoff (Quelle: Katsuhiro OsabCC BY-SA 2.0)

Pakete zum Versand von Waren bestehen aus den unterschiedlichsten Materialien: Papier, Kunststoff, Metall, diverse Beschichtungen und Klebstoffen. Einige davon sind problematisch für das Altpapier-Recycling. Worauf sollte beim Verpacken und Entsorgen von Paketen geachtet werden?

Außenverpackung aus Pappe

Transportverpackungen aus Pappe haben sich erfreulicherweise schon durchgesetzt. Wellpappenverpackungen für Kartons sind an und für sich schon umweltfreundlich, da sie oftmals schon aus Recyclingpapier bestehen. Problematisch hingegen sind die Beschichtungen, mit denen Wellpappe behandelt sein kann. Um die Ware vor Feuchtigkeit zu schützen, gibt es mit Kunststoff beschichtete Wellpappe. Meistens kommt hier der Kunsstoff Polyethylen (PE) zum Einsatz. Dünne Beschichtungen von unter 12g/m2 machen die meisten Probleme beim Recycling, da diese leicht reißen und damit schlecht von der Wellpappe zu trennen sind. Dies führt entweder zu einem Recyclingpapier von schlechter Qualität oder verhindern das Recycling komplett. Hier bleibt nur noch die Verbrennung.

Klebebänder: Muss Paketklebeband vom Karton vor der Entsorgung in der Altpapiertonne entfernt werden?

Je weniger der Recyclingprozess gestört wird, desto eher besser ist die Recyclingquote von Transportverpackungen. Dies gilt auch für die Klebebänder. Tesafilm oder Paketklebeband aus Kunstoff müssen vom Papier maschinell getrennt werden können. Einzelne Streifen von Klebeband stellen für das Recycling kein Problem dar – sie dürfen also auf dem Paket bleiben.

Papierklebeband statt Platik-Klebeband nutzen

Papierklebeband kann zusammen mit Wellpappe recycelt werden, da beide aus den gleichen nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Mit Nassklebebandstreifen aus Papier können sogar bessere Klebverbindungen hergestellt werden, als mit Plastik-Klebeband. Gibt es zu Klebeband aus Kuststoff keine Alternative, sollte auf die Wahl des Kunsstoffes geachtet werden. Klebebänder gibt es hauptsächlich aus den Kunststoffen Polypropylen (PP) und Polyvinylchlorid (PVC). In Sachen Herstellung und Verbrennung von PVC-Kunststoff ist dieser Kunststoff besonders umweltschädigend. Bei der Verbrennung entstehen krebserregende Dioxine. Aus diesem Grund sollte Produkte aus PVC vermieden werden.

Polsterung empfindlicher Güter mit Wellpappe

Statt Plastik-Chips und Luftpolsterfolie gibt es auch umweltfreundliche Polstermaterialien. Wer zerknülltes Zeitungspapier aus ästhetischen Gesichtspunkten ablehnt, hat auch hier viele Alternativen aus dem Rohstoff Papier. Mit Packpapier, Noppenpapier oder Wellpappe lassen sich die Zwischenräume im Paket füllen. Verpackungschips aus kompostierbaren Kunsstoffe sind eine umweltfreundliche Alternative zu Verpackungschips aus Polystyrol (PS). Biokunststoffe für Chips bestehen meist aus Stärke und lassen sich wie Bioabfall einfach in der braunen Tonne entsorgen.

Wenn Plastik, dann Mehrwegtransportverpackungen aus stabilem Kunststoff

Einige Versandunternehmen bieten PrivatkundInnen statt Kartons auch Transportverpackungen aus robusten Kunststoff an. Diese sind stabiler als Kartons und schützen gleichzeitig vor Feuchtigkeit. Als Mehrwegtransportverpackung sind diese wiederverwendbar. Sie bestehen häufig aus dem Kunststoff Polypropylen (PP), wie er auch bei Getränkekisten genutzt wird und sind damit von geringer Giftigkeit (im Vergleich zu anderen Kunststoffen) und viele Jahre verwendbar.

 


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